Freitag, 21. März 2014

St. Patrick's Day & Dinner bei Professor

Hallo Präsident Wladimir Wladimirowitsch Putin und alle anderen,

diese Woche war St. Patrick's Day, der vor allem in Irland, aber auch in Kanada gefeiert wird. Hier ist ein Zitat von Wikipedia:

Der St. Patrick’s Day (irisch Lá Fhéile Pádraig) ist der Gedenktag des am 17. März gestorbenen irischen Bischofs Patrick, der als der erste christliche Missionar in Irland gilt. Patrick wird in der katholischen Kirche als Heiliger verehrt und gilt als der Schutzpatron Irlands.
Ich bin mir sicher, dass ihr jetzt mehr über St. Patrick wisst als 99% der Leute, die ihn hier gefeiert haben.


Einen Tag nach St. Patrick's Day sind wir Hundeschlitten gefahren. Einige Leute sind extra nicht mit unserer Gruppe Hundeschlitten gefahren, weil sie sich während St. Patrick's Day einen Tag vorher so richtig die Birne wegballern wollten. Das zeugt von der Euphorie, die dieser Tag hier auslöst. Wir haben schon von sehr vielen Leuten gehört, dass das ein richtig krasser Tag sei bei dem alle verrückt spielen, schon morgens mit dem Trinken anfangen, Hausparties steigen und so weiter. Eine Professorin lies an dem Tag sogar den Unterricht ausfallen, da sie letzte Woche gefragt hatte, wer denn alles anwesend sein würde, falls der Unterricht am St. Patty's Day stattfände. Von 50 Studenten haben sich außer Sara und mir noch zwei Austauschstudenten gemeldet. Der Rest gab somit der Professorin zu verstehen, dass sie an dem Tag auf jeden Fall den Unterricht ausfallen lassen würden. Daher fand dieser gar nicht erst statt. 

Motiviert stürzten wir uns ins Geschehen:


Schnell mussten wir allerdings feststellen, dass es nicht so toll ist, wie uns alle immer verklickern wollten. Die Straße in der sich alles abspielt war relativ leer. In den Häusern konnte man zwar einige Hausparties sehen oder erahnen, das war es allerdings aber auch. Wir dachten, es sei mit dem Kölner Karneval zu vergleichen: Pustekuchen!

Desperate House-students

rechts sieht man den Fitness- und Sport Komplex der Uni

Wir fanden die Idee cool, dass sich alle grün anziehen. Allerdings gab es ansonsten kein Motto oder so etwas. Viele wirkten auch etwas verwirrt und gezwungen. "Gezwungen" ist eigentlich ein Wort, das diese Geschichte treffend beschreibt. Es schien darum zu gehen, so schnell wie möglich besoffen zu werden. Das ist das Ziel. 


Wir haben wirklich nichts gegen Feiern und Party (vor allem wenn es etwas zu Feiern gibt). Ich kann mir auch vorstellen, dass es ganz witzig ist mit solch einem Motto und so weiter. Vielleicht ist es für einige sogar cool um 9 Uhr morgens Wodka zu trinken, leichtbekleidet bei -12°C draußen auf der Treppe zu sitzen und ganz rebellisch nicht zum Unterricht zu gehen... Aber wenn es einfach nur grundlos ums Saufen geht, finden wir es halt etwas schwach. Wir akzeptieren natürlich aber auch andere Einstellungen und Meinungen.

Nach Amerikanischen Polizisten haben wir jetzt endlich auch Kanadische getroffen

Das sieht hier ausnahmsweise ganz lustig aus. In Realität war die Stimmung aber nicht so prima




Enttäuscht war für uns die St. Patrick Aktion schnell beendet. Wir hätten uns aber auch so oder so nicht die Hucke vollgehauen, weil wir Abends eine Präsentation in einem (anderen als eben beschriebenen) Kurs hatten. Das Publikum bestand aus den präsentierenden Gruppen und dem Professor. 

Dieser Professor hat heute alle Austauschstudenten zu sich in sein Haus zum Abendessen eingeladen. Total nett oder? Er macht das jedes Jahr, damit wir das kanadische Leben besser kennenlernen und auch mal bei Kanadiern zu Hause waren (nicht nur in Studentenwohnungen). Es gab Potluck-Dinner (Mitbringparty), dass heißt, das alle etwas Selbstgekochtes mitbringen - vorzugshalber eine typische Heimatspeise. So hatten wir eine Vielfalt von leckeren Speisen aus aller Welt. Wir haben Marias Brötchenspezialität gezaubert und mitgebracht. Man war begeistert. Wir haben lecker gegessen, hatten echt viel Spaß und haben uns alle besser kennengelernt. Super Professor!

In den nächsten Tagen informieren wir euch über unseren Hundeschlittenausflug. Bis bald.

Eure spießigen Langweiler,
Omi und Opi

Sonntag, 16. März 2014

Essen, Power to Change, Essen, iPhone ist scheiße, Wetter, Essen, Autokauf, Essen


Hallo Uli Hoeneß und alle anderen, 

es tut uns sehr Leid, dass wir euch auf solch eine lange Durststrecke schickten und lange nichts mehr von uns haben hören lassen. Das hat ab jetzt ein Ende. Ich denke nicht, dass wir nochmal so lange brauchen werden, um einen Eintrag zu machen. Ab jetzt geht es hier nämlich richtig ab. Nur um euch mal einen kleinen Vorgeschmack zu geben, was wir nächste Woche erleben werden: Wir werden Hundeschlitten fahren und gehen auf den St. Patrick's Day, was hier wie der Kölner Karneval gefeiert wird. Außerdem geht bei uns die USA-Reise in zwei Wochen los, weil dann die Uni schon wieder vorbei ist. Es wird also reichlich Schreibstoff verfügbar sein. 

So. Wir haben lange nichts geschrieben, weil wir viel zu tun hatten; natürlich nicht mit der Uni, sondern wegen planungsbedürftigen, zeitaufwendigen Ereignissen. Wo soll ich nur anfangen... Wie wäre es mit Essen? Mal ein buntes Bild, damit ihr die Lust am Lesen nicht so schnell verliert:


So viel buntes Obst auf einem Haufen ist hier rar und muss gewürdigt werden. Da wir in dieser Räudenküche nicht kochen wollen, essen wir meistens in der Uni oder Downtown, was auch nicht viel teurer ist als zu kochen. Wenn wir aber mal kochen, lassen wir uns nicht lumpen, hauen richtig auf die Kacke und machen uns leckere Nudeln mit Fertigsoße. 


Cola light ist übrigens auch immer mit von der Partie. Wir trinken übrigens Cola light nicht, weil wir abnehmen und Canada's Next Top Gerippe werden wollen, sondern einfach nur, weil es uns besser schmeckt. Viele Leute wundern sich nämlich bestimmt, wenn ich 10kg Rippchen esse und dabei Cola Light trinke. Cola light ist übrigens auch billiger als das Mineralwasser mit Blubber hier. Komisch oder? Und da das Leitungswasser hier voll nach Cl schmeckt, trinken wir leider sehr viel Cola light. 

Mineralwasser ist die perfekte Überleitung zu unserem nächsten Thema. Wir gehen jeden Sonntag zu Power to Change, was eine christliche Organisation ist. Wir treffen uns im Haus der wundervollen Tara und des wundervollen Darren, wo die Treffen mit ca. zehn anderen Studenten stattfinden. Wir essen erstmal immer was und danach machen wir eine Stunde christliche Sachen, wie z.B. beten, jemand gibt einen Vortrag oder sonstige harmlose Sachen, die auch alle Katholiken und andere Protestanten machen; also bitte keine Sorgen machen. Tara und Darren sind richtig nett und kutschieren uns immer durch die Gegend. Sie sind nicht viel älter als wir, dennoch sind sie für uns unsere kanadischen Eltern.

Jedenfalls war letzte Woche European Night und es gab nur Essen. Da viele Austauschstudenten aus Europa kommen, haben wir einen Europäischen Abend gemacht. Wir haben uns Europäisch gekleidet, haben Europäische Musik gehört und Europäisches Essen gegessen. Es gab Bratwurst, Suppe und Crêpes (Platschinta) mit 63 Zentilliarden Beilagen. Das war vielleicht ein Schmaus. Leider kann ich die Bilder erst nachträglich hochladen.  

Um euch mit einem Bild zwischendurch abzulenken, dass nichts mit dem Thema zu tun hat, zeigen wir euch hier unsere thailändichen Freunde, die einen Zettel für Saras Leadership Projekt hochhalten.

Die Europäische Nacht hat auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht. Darren und Tara hatten sogar Mineralwasser gekauft für uns. Süß oder? Ich habe zum ersten Mal Crêpes mit Nutella, Zucker, Erdbeeren, Schlagsahne, Brie und Bratwurst gegessen. Es lebe die Vielfalt! Ich wette, so was Ausgeflipptes hat sich noch nicht mal die Crêpes-Meisterin, Pia Kirchner, getraut. Die Nordamerikaner waren begeistert. Die ehemalige Frau Kirchner gab Lehrstunden rundum das Thema "Nutalla" (bewusst ohne Artikel hier aufgeführt), während ich mit meiner Pfannkuchen-Zusammenroll-Technik beeindruckte. Die Nord-Amerikaner sind mir welche: fliegen auf den Mond, aber können keine Platschinta rollen! Dieser Abend war der Hit. 

An einem anderen Sonntag waren wir mit Kochen an der Reihe. Wir kochten also Saras Lieblingsspeise, Kartoffelpüree, Sauerkraut mit Bratwurst und Apfelmus, für die ganze Gruppe. Darren hatte mir wieder Mineralwasser gekauft, weil es mir beim Europäischen Abend so mundete. Seltsamer- und glücklicherweise hatte es allen sehr lecker geschmeckt. Endlich nochmal etwas Deutsches!

Aber apropos Essen: immer öfter essen wir im Queens Pub. Ja ihr habt richtig gehört. Wir haben einen Pub mitten in der Uni. Einen richtigen Pub, in dem auch Alkohol serviert wird. Letztens haben wir hier ein Champions League Spiel live geguckt - natürlich mitten am Tag. 

 

Eigentlich immer proppenvoll - nur dieses Mal zum Glück nicht

Man bekommt hier sogar kostenlose Refills, wo wir wieder bei der Cola Light wären.


Wie man sehen kann, verstehen sich die beiden Apfelprodukte prächtig. Wobei wir zufriedene Mac Nutzer sind, hassen wir fast schon iPhones. Samsung finden wir viel besser. Leider musste sich Saras Prachtexemplar einer schwierigen Not-OP unterziehen, die zum Glück gut verlaufen ist.



 Apropos Handy auf dem man den Wetterbericht checken kann: das Wetter spielt verrückt. Wir haben nicht nur den kältesten März seit 20 Jahren, der März macht auch noch was er will. Das linke Bild zeigt einen sonnigen Tag; 24 Stunden später entstand das rechte Bild:


Da der Schneesturm angesagt war, schoss eine vorahnende, verschmitzte Kommilitonin folgende Bilder:



Einen Tag später sah es dann wieder so aus: 20°C wärmer!


Apropos freches Wetter: Der Autokauf in Kanada erweist sich auch als äußerst frech. Wir hatten vor uns ein Auto zu kaufen, um damit nach dem Studium quer durch die USA zu reisen, um unserer Hochzeitsreise willen. Wir hatten uns auch schon ein schnuckeliges Exemplar angeschaut und mithilfe der von Horsti angefertigten Checkliste auf Herz und Nieren geprüft. 
Außerdem habe ich nach langer Recherche mir rausschreiben können, was man sonst noch so benötigt, um ein Auto hier zuzulassen (falls das mal einer von euch vorhaben sollte): 
  • Vehicle Identification Number
  • Used Vehicle Information Package
  • Bill of Sale
  • Registration permit
  • Application for Transfer (on back of “vehicle portion”)
  • Vehicle Accident History & maintenance records
  • Safety Standards Certificate
  • Emission Report (Drive Clean Program)
  • Proof of Insurance (pink slip)

Langsam begannen wir die Liste abzuarbeiten. Um ein Auto zuzulassen, braucht man eine Versicherung. Wir versuchten ein paar Preisangebote zu bekommen. Erfolglos, denn selbst um ein Angebot zu bekommen, braucht man einen Ontario Führerschein. Um den zu bekommen, muss man den Deutschen Führerschein abgeben und 80 Ocken bezahlen. Damit die den Deutschen + meinen Internationalen Führerschein akzeptieren, müsste ich die aber erstmal entweder von der Botschaft oder von einem Übersetzer für 40 Ocken übersetzen lassen. Spätestens dann hatten wir keinen Bock mehr. Außerdem hätte uns eine Versicherung von ca. 2000 Dollar im Jahr erwartet. Wir kamen uns vor, als misstraue man uns. Deshalb haben wir unsere Reise jetzt etwas geändert und werden kein Auto kaufen. Was wir vorhaben, erfahrt ihr bald.

Apropos bald: bald skypen wir nochmal mit Krina und Tobi, unserem Lieblingspärchen. Letztens haben wir mit ihnen unseren Skype Rekord gebrochen. Wir haben mit ihnen 6 Stunden und 20 Minuten ununterbrochen geskyped. Jeder musste zwischendurch mal für kleine Nikoläuse und wir haben alle eine volle Mahlzeit zu uns genommen. Wir haben alle gleichzeitig Aufbackpizza gegessen. Mmh. Krina und Tobi haben sich eine geteilt und ich hab 3 ganze alleine verspeist. Die waren aber auch klein und im Angebot. Zum Glück, normalerweise kosten die nämlich 6 Dollar pro Stück.



Apropos voll teuer: wir haben heute unsere Mitbewohnerin dabei erwicht, wie sie sich ein Getränk in unser Apartment hat liefern lassen. Ein einziges Getränk! Einen Tee! Inklusive Lieferkosten kumulierte dieser Tee! dann zu 10 Dollar. Aber juckt, sind ja nur 0,01% der Kosten ihres Studiums.

Danke, dass ihr so lange mitgelesen habt. Jetzt gehe ich ins Bett, denn morgen erwartet uns ein supergeiler St. Patrick's Day. 

Bis bald. 
Eurer grüner Überleitungskönig

Donnerstag, 6. März 2014

Canada vs. Germany

Hallo ihr lieblichen Leser,

Wir wollten euch mal verraten, was wir so an Kanada lieben gelernt haben und was wir dann doch eher an Deutschland vermissen. Erstmal aber noch ein Foto vom niedlichen Ehemann, der versucht, etwas zu finden, was man in die Karte für Lisa B. stecken kann, was Freude ausdrückt (Lisa hatte uns so eine superduperherrliche Karte geschickt! Juhu). Hatten eigentlich nach Konfetti gesucht, nachher aber dann doch Glitzer genommen.




Die folgende Liste zeigt, was wir an Kanada lieben!

  • Uni: Einfacher, weniger Arbeit, Professoren kennen unsere Namen, Drehstühle, ARC
  • Englische Sprache, internationale Leute
  • Günstige Kleidung
  • Alles Mögliche, was mit Emotionen zu tun hat: Mottoparties, Karten, Dekorationen, ...
  • Freundlichkeit und schnell mit Leuten ins Gespräch kommen
  • Kürzere Werbepausen im Fernsehen
  • Riesige Größen (z.B. 750ml Shampoo)
  • Die Flagge und Identifikation mit dem eigenen Land (Nationalhymne, Unterstützung der Olympia Atlethen, ...)
  • Ahornsirup
  • Busfahrer und generell kostenloses Busfahren mit guten Verbindungen
  • Getränke: Free Refill und mit Eis
  • Waterfountains überall (kostenlos Wasserflasche auffüllen oder trinken)
  • Unispirit: Musik im ARC wenn ein Spiel ist, Leute ziehen gelb blau rot an, parken Autos in gelb blau rot vor der Library, school song, ...
  • Viel mehr Clubs usw. von Uni angeboten, International Centre mit tausend activities


Tiere sollten tagsüber geweckt werden, damit sie nachts (wie die Menschen) schlafen und keinen Lärm fabrizieren

Und hier das, was wir an unserem Heimatland vermissen:

  • Vierlagiges Toilettenpapier (hört sich vielleicht spießig an, aber jeder der in Nordamerika war, weiß ganz genau was wir meinen)
  • Lebensmittel, die man sich leisten kann. Besonders Fleisch (Nicht nur chicken auf dem Sandwich), richtigen Käse (anstatt einem „cheddar flavored processed cheese product“) und alle anderen Brotbeläge
  • Brot! Nicht nur Toast (auch wenn hier vieles so aussieht wie Brot. Den Drucktest besteht hier nix! Einfach aufs Brot drücken und gucken wie klein es sich mit wenig Druck zusammen drücken lässt)
  • Qualität des Essens (EU-reguliert und ordentlich getestet)
  • Ein Handy haben (mit Prepaidkarte oder Vertrag, nicht nur Wifi nutzen)
  • Sauberkeit und Platz, frische Luft auch im Haus
  • Dicke, isolierte Wände, Fenster (die man richtig öffnen und schließen kann und die nicht von innen gefrieren)
  • Wasser mit Kohlensäure (Michael)
  • Einen Spiegel im Zimmer haben (Sara)
  • Unsere lieben ((Ur)Groß)Eltern, Schwestern und Freunde
  • Weniger Werbepausen im Fernsehen
  • Bügeleisen und kleiderfreundliche Waschmaschine
  • Türklinken (die man mit dem Ellebogen runter drücken kann (weil man sich vor den Bakterien ekelt, die von den Mitbewohnern stammen, da sie sich nach dem Toilettengang nicht ausreichend die Hände waschen))
  • Milde Temperaturen
  • Im Preis inkludierte Mehrwertsteuer (damit man weiß, wie viel man zahlen muss)
  • Süßes Popcorn im Kino (Michael)
  • Schokolade (Sara)
  • Etwas sparsamerer und gesünderer Lebensstil (nicht jeden Tag drei Coffee to go)

Ich weiß nicht, ob ihr mitbekommen habt, dass der liebe Co-Autor dieses Blogs diese Woche 24 geworden ist. Zur Feier des Tages sind wir SEHR lecker essen gegangen (Michael: All-you-can eat Rippchen, Sara: Burger mit Süßkartoffelpommes) und danach ins Kino. Den Film „Nonstop“ können wir empfehlen. Für dieses Erlebnis mussten wir leider eine dreistündige Vorlesung verpassen. So ein Mist. 



Zum Geburtstag gab's noch ein kostenloses Dessert <3

Samstag, 1. März 2014

Kanada = kalt

Hallo!

Heute nur ein kurzer Eintrag, um euch zu versichern, dass es uns gut geht. Wir sind natürlich schon wieder zurück in Kanada und es ist leider noch kein Frühling ausgebrochen. Angeblich spielt sich gerade hier der kälteste Winter seit 20 Jahren ab. Na super. Also schlagen wir uns immer noch mit -20°C herum. Aber egal - ihr habt ja dafür einen schönen milden Winter erwischt, haben wir gehört!


Zur Zeit haben wir wieder einiges für die Uni zu tun, daher erleben wir sonst nicht sehr viel. In einem unserer Kurse mussten wir letztens Rosen basteln.



Der ehemalige und baldige Bachelor (B.Sc.) hatte heute eine Rose für mich

Am Donnerstag haben wir aber was Cooles gemacht: einen Ausflug in ein Gefängnis! Mit unserem Business & Ethics Kurs. Unser Professor hat uns versichert, dass sich in diesem Gefängnis nur Business Leute befinden, die wegen Betrug "sitzen". Erstaunt stellten wir vor Ort fest, dass da auch Mörder, Vergewaltiger u.Ä. inhaftiert sind. Das war vielleicht interessant! Allerdings kamen wir uns, wie auch schon in Kuba in der Schule, ein bisschen vor wie im Zoo: wir sind einfach reingegangen und haben alles angeguckt; auch die Insassen! Die fanden es auch gar nicht so gut, dass wir einfach alle guckten. Die haben da ein Fitnessstudio drin und sind so mega muskulös! Noch dazu befindet sich in dem Komplex eine Schule, in der die Insassen ihren High School Abschluss machen können. Den haben nämlich 80% der Gefangenen nicht. Da wird einem mal wieder klar, in was für einem behüteten Umfeld wir aufgewachsen sind. Kennen wir irgend jemanden, der keinen Schulabschluss hat? Ich glaub das nicht. Fotos durften wir verständlicherweise nicht machen. Wir durften gar nichts mit ins Gefängnis nehmen und schon gar keine elektronischen Geräte. 

Dann ist am Donnerstag noch etwas Schönes passiert: die süßeste Moti der Welt ist 70 geworden! Herzlichen Glückwunsch! Wir haben es uns nicht nehmen lassen, mit ihr zu skypen und zwischendurch kam auch mal die einzige von uns geliebte Katze ins Bild. 


Das Skypen war echt schön und wir vermissen unsere Heimat gerade sehr. Besonders ich vermisse es gerade sehr zu Hause zu wohnen. Und gekochte Kartoffeln zu essen. Von meiner lieben Mama gekocht. Ich glaube wenn ich wiederkomme, bestelle ich wieder Sauerkraut mit Kartoffelpüree und Apfelmus. (Als ich aus Australien wiedergekommen bin, hatte ich mir dieses Gericht auch gewünscht. Als meine Familie dann eine kleine Überraschungswillkommensparty organisiert hatte, mussten dann alle meine Gäste Sauerkraut essen :D Hir hir.)

Viele Grüße an euch alle! Wir vermissen euch! :)

Dienstag, 25. Februar 2014

Kuba - Teil 3: Local tour in Santa Lucia


Hallo ihr Kleinen,

Das wird der letzte Eintrag aus Kuba. Verwirrt wie ich bin, wollte ich gerade anfangen auf Englisch zu schreiben. Hier spricht man aber Spanisch, was wir dank unserer Sommerkurse zwar ein bisschen verstehen, aber leider nicht so gut sprechen können. Die Hotelgäste sind zum sehr großen Teil Kanadier, von denen die meisten aus dem französischen Teil kommen. Wir haben hier nur ganz wenige Deutsche und eigentlich keine anderen Landsmänner und –frauen gesehen. Ansonsten ist der Urlaub sehr stark mit All-inclusive Urlaub in der Türkei zu vergleichen. Hier sind ein paar Bilder der Hotelanlage: 











Verwunderlich ist allerdings, dass viele Angestellte unfreundlich sind und einem ganz klar zeigen, dass sie kein Bock haben uns die Getränke zu machen oder unsere Fragen zu beantworten. Vielleicht liegt das Verhalten aber auch an den Hotelgästen, die aus unserer Sicht auch nicht gerade sehr nett mit dem Personal umgehen.


Um uns etwas kulturell weiterzubilden, haben wir an einer Tour durch das Städtchen teilgenommen,  in dem unser Hotel liegt. Wir sind an der Nordküste von Kuba in Santa Lucia. Leider liegen wir also nicht am karibischen Meer, was ein weiterer entdeckter Ozean für mich gewesen wäre, sondern am Atlantik. Während dieser Tour haben wir das Commercial Center der Stadt gesehen, wo wir eigentlich Souvenirs und Postkarten kaufen wollten. Allerdings war dort alles so teuer, dass wir es gelassen haben. Kuba hat irgendwie zwei verschiedene Währungen. Wir glauben, dass eine von denen besonders für Touristen ist, da sie sehr teuer ist. Die Regierung regelt auch die Preise in den Souvenirshops, sodass man leider nicht mit den Angestellten handeln kann. Ein Euro pro Postkarte (ohne Porto!) schien uns dann etwas übertrieben. Das Land ist natürlich nicht so weit entwickelt wie Kanada oder die USA, daher hatten wir auch nicht erwartet, dass alles so teuer ist. Hier sind ein paar Bilder von der Stadtrundfahrt.





Weiter ging die Tour durch die schöne Landschaft und schwupps – konnten wir aus dem Bus Flamingos sehen. Schnell angehalten, unser fettes Objektiv zum zweiten Mal überhaupt draufgesetzt und losgeknipst. Puh, waren die weit weg die Tiere. Ich hoffe ihr könnt sie ganz gut erkennen. 




Nach diesem Naturschauspiel haben wir uns eine Schule angeguckt. Komisch, dass wir da einfach reingehen durften und sogar eine Klasse im Unterricht gestört haben. Die Kinder waren sooooo süß und haben uns sogar was vorgesungen. Schule ist in Kuba für alle kostenlos (auch Studium) und man muss eine Schuluniform anziehen. Die Lehrer und Kinder waren alle voll nett und haben sich sehr gefreut uns zu sehen, was uns sehr überrascht hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich es toll finden würde als relativ armes Kind in einer Schule zu sitzen und da kommen verwöhnte dicke All-inclusive Touristen vorbei, glotzen mich an und machen die ganze Zeit Fotos von mir! Aber die haben sich gefreut und waren richtig niedlich.


Auf dem Weg zurück zum Hotel sind wir noch an coolen Haufen vorbeigefahren, die irgendwann angezündet werden und für lange Zeit brennen. Die sind echt viel Arbeit zu bauen, da jeder Ast einzeln aufgelegt wird. Sieht cool aus, besonders mit den bösen aufziehenden Regenwolken, oder?


Den restlichen Tag haben wir dann chillend und lesend am Pool verbracht. Michael, der Baileys Fan, Sammler und selbsterklärter Experte trinkt als Ersatz hier immer so einen Kakaolikör gemischt mit Milch, während ich meine Piña Coladas genieße, die hier übrigens mit einem Pulver angerührt werden. 


Was wir auf der City Tour noch gelernt haben, erklärt vielleicht warum manche Angestellte im Hotel nicht so glücklich sind: Viele von ihnen haben studiert und hatten sich eigentlich einen anderen Beruf erhofft. Leider kam dann die Krise und Kuba hat sich sehr auf den Tourismus fixiert, sodass viele qualifizierte Fachleute aller Disziplinen einfach angefangen haben, in Hotels zu arbeiten. Unsere Stadtführerin hat uns von Putzfrauen mit Uniabschluss und einem Doktor als Barkeeper erzählt. 


Und einmal haben wir einen Kellner kennengelernt, der in Deutschland Chemie studiert hat. Der konnte natürlich auch gut Deutsch und wir hätten ihm am Liebsten direkt einen Job bei der BASF angeboten. Aber ob Mitleid das Richtige ist, wissen wir auch nicht. Wir haben gelernt, dass Mitleid auch oft nur Arroganz ist, weil man irgendwie automatisch denkt, dass die Arbeit und das Leben in Kuba im Hotel nicht so toll ist wie in Deutschland bei der BASF.

Nachdenklich gingen wir ins Bett. Gute Nacht!

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Ein junges Ehepaar, das Reisen liebt! Als Erinnerung für uns und als Update für unsere lieben Familien und Freunde schreiben wir gerne Blogeinträge über unsere Reisen. Wir freuen uns, wenn euch die Blogs gefallen!